Freitag, 25. August 2006
Montag, 31.5.2004 im Café Storch...
Ich hatte mich gerade dazu entschlossen, den folgenden Text in ne Lesung aufzunehmen, die kurz darauf in etwas, das uns als „Esoterik-Café“ in Bonn beschrieben worden war, aufzunehmen, als ich ihn das erste Mal im Storch gelesen habe. Damit man sich ein Bild davon machen kann, hier ein paar kleine Kostproben:

Oder... gibt es für Selbstmordattentate inzwischen ne Ausbildung? Ist das sowas, womit man ungelernte Arbeiter von der Straße runterkriegen will? Wobei dann die Frage ist, wie das gemeint ist... von der Straße runterkriegen, weil, wenn die sich in tausend Teile sprengen sind sie ja wieder auf der Straße drauf, und das nicht zu knapp. Da könnte man dann wieder welche brauchen, die sie erneut von der Straße runterkriegen... im Sinne von „von der Straße kratzen“.
...
Wie auch immer, ein Problem ist in meinen Augen: Gibt es Leute, die sich zum Ausprobieren in ihrer Garageneinfahrt in die Luft jagen? Hey, das ist eine berechtigte Frage. Ich meine, wer sagt uns denn, daß es nicht auch Idioten gibt, die sowas machen? Und... genau genommen, wer sagt uns denn, daß es auch welche gibt, die KEINE sind! Aber nehmen wir halt den üblichen Trottel. NATÜRLICH sprengt der sich zu Hause in die Luft! Weil er testen will, ob das Ding auch funktioniert. Oder weil er den An- und den Ausschalter nicht auseinanderhalten kann.
...
Ich bin in der westlichen Welt groß geworden, wenn jemand jemanden aus Geldgier umbringt – damit kann ich umgehen. Das versteh ich. Aber aus irgendeinem spiritistischen Grund... weil ich dann im Jenseits ein ganz tolles Leben habe? Da muß man ganz deutlich sagen: Da hat unsere Kirche versagt! Ich meine, wieviel ist eine Kirche wert, die mich nicht dazu inspirieren kann, mich für ein leeres Versprechen, das sie mir nicht im Geringsten beweisen kann, in den freiwilligen selbstgewollten Tod zu schicken und noch ein paar andere Unschuldige mitzureißen? Wieviel ist eine solche Kirche wert? Wissen Sie, was das Schlimme ist? Wenn man sich mal diese Frage stellt... dann kommt unsere Kirche dabei eigentlich gar nicht so schlecht weg, oder?

Und dann hat sich halt son Typ zu wort gemeldet, was mit den Worten begann:
"Ja, ich les Zeitung und ich finde den Text echt nicht gut, so kann man mit
dem Thema Selbstmordattentäter nicht umgehen. Da hätte ich mir irgendwie was tiefergehendes erwartet."
Erstmal die Frage, was das mit der Zeitung soll? Heißt das
a) "ich bin so intellektuell, weißt du, ich schau kein Fernsehen,
ich les Zeitung"
oder (da eine vor ihm auf dem Tisch lag)
b) "ich hab während deines Vortrags Zeitung gelesen". DAS wäre dann eher unhöflich gewesen. Und welches Recht hätte er dann, was über meinen Text zu sagen, wenn er dabei gelesen hat? Wie auch immer, er meinte dann auch noch, er fände das dann auch nicht gut, daß ich am Ende auch noch auf der Kirche rumhacke.

Gut, ich hör mir sowas ja erstmal an und überlege, ob die Leute nicht
vielleicht recht haben. Erstmal... war ich also n bißchen down deswegen. Weil man ja nicht unbedingt gerne hört, daß die Leute das, was man da macht scheiße finden... und er fands scheiße, daran bestand ja kein Zweifel. Bis
mir ein Freund sagte, daß es im Storch noch NIE ne Diskussion gegeben hat...
und das hat mich dann doch mal wieder n Stückchen aufgebaut. Dazu kam dann
noch die bei mir hochdämmernde Erkenntnis, daß der Typ null geschnallt hat, daß es sich dabei um Satire handelt, was ja auch schonmal n Nachteil ist, besonders für ihn. Womit ich nicht sagen will, daß Satire alles darf. Sagt man ja gerne, aber ich finde, damit macht man sichs zu einfach. Aaaaaber daß Satire mit Dingen etwas anders umgehen darf, das sollte wenigstens allen Beteiligten klar sein.

Wie auch immer, man stellt sich dann ja doch selbst Fragen. Ist der Text wirklich nicht so gut, wieviele Sozialarbeiter sitzen in einer Esoterikkneipe in Bonn so rum oder ist das vielleicht sogar die Stammkneipe von dem Kerl?
Also sollte ich den Text da wirklich lesen? Nun... natürlich!
Außerdem kamen ein paar ganz positive Aspekte zusammen. Einer davon lautet: Freibier! Das is immer gut. Und das hat mich dahin gebracht, daß ich vor meinem ersten Auftritt schon 3 oder 4 Bier intus hatte. Wobei ich leider festgestellt habe, daß das für mich nicht verkehrt ist.
Ist nämlich so: Was macht man, wenn das Publikum schweigt? Wenn es nicht da lacht, wo es lachen sollte? Wenn man nichts zurückbekommt? Ich für meinen Teil werde nervös. Also will ich so schnell wie möglich fertig werden. Also beginne ich schneller zu lesen. Und das ist nicht gut!
Wenn ich einen Grundpegel habe wie ich ihn da hatte ist das anders. Ich war gaaaaanz entspannt. Und gaaaaanz ruhig und hab schön langsam gelesen. Auch, als am Anfang noch nicht so viele Reaktionen kamen. Hinterher hatten ich und das Publikum sich dann aneinander gewöhnt und da liefs dann ganz gut, aber auch am Anfang bin ich diesmal nicht in Panik geraten.

Soviel dazu. Aber die Geschichte aus dem Storch geht ja noch weiter...

Später hat mich der Typ nämlich nochmal angesprochen. Ob das okay gewesen wäre und so. Klar, mein ich, kein Thema. Ja – und jetzt wird es surreal – er fände, meine Herangehensweise an die Sache wäre irgendwie zu deutsch. Aha, ja, zu deutsch, okay??? Mit Humor bittere, schreckliche Dinge bearbeiten... klingt das deutsch? Vielleicht eher britisch? Naja...

Und dann kam noch ein Dialog:
„Wie lang war der Text? So 3 Minuten?“
„Nee, zwischen 7 und 8 Minuten.“
„Ja, ab 5 Minuten läßt auch die Aufmerksamkeit nach.“
Fragen Sie mich nicht, ich habs auch nicht verstanden!
Aber wenn ihm ein 7 Minuten-Text wie 3 Minuten vorgekommen ist, kanns so langweilig nicht gewesen sein. Und er kündigt an, nächste Woche eine eigene Version im Umgang mit diesem Thema darzubieten.

Gut, eine Woche später ist der Typ wieder da. Hat meine Lesung an dem Abend
verpaßt, bezieht sich in seinem "Vorwort" auf mich, daß das "eine Antwort
wäre auf den Text, den der PeeWee letzte Woche vorgelesen hat".
Und dann kommt etwas, das in etwa so ging:
"Ich steht auf. Es ist morgens. Gehe ins Bad. Mache mich fertig. Betrachte
noch einmal das Bild meiner Frau und meiner Kinder. Gehe nach unten. Zur
Bushaltestelle. Hier in Ramalla. Um mich mit jemandem zu treffen, den ich
nicht treffen will. Dann nehme ich den Bus nach Jerusalem."
Ende. Schweigen. Stille.
Und ICH bin die Sache zu deutsch angegangen???

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Freitag, 18. August 2006
Freitag, 2.4.2004 bei LOST MY TICKET – found a hotel Poetry-Slam...
Poetry Slam unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Was kann einem ein Slam bieten, bei dem man als 2. Preis das Hörbuch von Dieter Bohlen "gewinnen" kann?
Nun, diese Frage muß man sich stellen. Und dieser Frage. Ich habs versucht. Zumal der 1. Platz ja eine Übernachtung in dem Hotel in dem der Slam stattfindet ist. Was sich in Köln befindet - wo man ja wohnt. Also, und die Frage hab ich mir dann auch immer öfter gestellt, warum macht man da überhaupt mit?
Die Antwort, die ich mir immer wieder vorgebetet habe, war: daß die einen dabei aufnehmen und man dann vielleicht mal ne gute Aufnahme von einem seiner Texte bekommt. Das MUSS man sich dann immer vorbeten, wenn man zum Austragungsort kommt, der einer Beschreibung eines Bekannten tatsächlich ziemlich genauso aussieht wie die Mos Eisley Bar in „Krieg der Sterne“. Die Leute sind nicht ganz so gruselig, aber die Gastgeberin macht auch nicht wirklich auf sich aufmerksam oder begrüßt ihre Gäste, die Organisation ist nicht wirklich vorhanden und genau das gleiche kann man auch über Gäste sagen.
Wie sich später herausstellt, sind wenigstens die Getränke frei. Das muß man ja ausnutzen. Dann geht es irgendwann los. Ach ja, noch was zur "Organisation": Auf der Homepage, wo man sich anmelden kann, steht, daß in 3 Runden a 3 bis 5 Minuten pro Person gelesen wird. In einer Mail, die ich dann mal erhalten hatte, stand 2 Runden zu obigen Zeiten. Inzwischen ist es relativ egal, weil eh nur 4 Leute lesen, Schrägstrich 5 weil sich dann nach der 1. Runde ein Mädel bereit erklärt, auch noch was vorzulesen. Leider leider macht sie später einen riesen Fehler, den man tunlichst vermeiden sollte. Ich sage ihr, als sie gerade am Gehen ist, daß ich es echt mutig und bewundernswert von ihr fand, auch zu lesen, so völlig ohne Vorbereitung und ohne überhaupt vorher gewollt zu haben, was ich tatsächlich bewundernswert finde und was ich niemals tun würde. Dann fragt sie mich aber leider: "Und, fandstes gut?" Das ist der Fehler. Niemals NIEMALS diese Frage stellen! Das MACHT MAN EINFACH NICHT! Die Leute, die die Sachen gut finden sagen es einem vielleicht und ich will nicht von Leuten, die es scheiße fanden ein "Ach ja, ganz nett" hören wenn sie es nicht so meinen und NATÜRLICH will ich auch nicht unbedingt hören, daß die Leute es scheiße fanden, also FRAGT MAN EINFACH NICHT! Finde ich. Und wir waren uns da auch einig. Da ich von der Frage zu überrumpelt war, hab ich mich leider nicht daran erinnert, was ich Alexander letztens gesagt habe, als ER einem Mädel auf dessen Frage gesagt hat, daß er da so nich so viel mit anfangen könnte, daß man sowas sagen sollte wie: "Du, ich muß da erst nochmal in Ruhe drüber nachdenken" oder "Ich muß das erstmal verarbeiten". Deshalb mein nur herumgedruckstes und mehr als unglaubwürdiges "Ja, äh, gut." Wobei die Damen am Tisch dann meinten, man sollte erst 2 Komplimente machen und dann das Negative sagen. Hätte meine Antwort also in etwa lauten sollen: "Schöne Schuhe, toller Ausschnitt, aber der Text war scheiße!"? Wie gesagt: sowas fragt man einfach nicht! Ist besser für alle Beteiligten.
Also 4 Leute haben gelesen. Alexander, ich, der Alaaf (einer, den wir aus dem Storch kennen und der da als erstes halt einen höchst unkomischen Text mit immer wieder Alaaf drin vorgelesen hat) und zwei Mädels, die zusammen was gemacht haben... das Thema war Ticket und mein Text zu diesem Thema war der folgende:


Ticket in die Unterwelt

Heute früh bin ich gestorben
Hat mir echt den Tag verdorben
Steh nichts böses ahnend auf
Herzinfarkt – und ich geh drauf!
Das kam ziemlich überraschend
Bin im Badezimmer, waschend
Plötzlich – ohne Vorbereitung
Lieg ich auf der Abendzeitung
Dann wird alles plötzlich schwarz
Und ich denke mir das war‘s!

Später werd ich wieder wach
Höre einen fiesen Krach
Und mir gegenüber sitzt
Der Sensenmann, der ganz schön schwitzt
„Ich hab nen Absturz, also schnelle!“
Sagt er und macht noch ne Delle
Mit der Sense in den Schrank
Unvorsicht, die macht mich krank
Und vor Wut werd‘ ich fast rot
Doch das geht nicht, bin ja tot!
„Also“, sagt der Tod in Eile
„Das nächste dauert wohl ne Weile!“
Er blättert in den Unterlagen
Ich stell mir essentielle Fragen...
Meint er wohl die Ewigkeit?
Wie lange dauert die in Zeit?
„Keine Lust auf Diskussionen“,
Sagt er, „muß den Magen schonen
Dieser Stress bringt mich noch um.
Kleiner Scherz, die Zeit ist rum!“
Und er wedelt mit Papieren.
„Die hier besser nicht verlieren!“
Meint er und dann stehen wir
Im Nichts, weder im Sein noch hier
Die Knochenhand weist mir den Weg
Das Nichts, es wird auf einmal schräg
Dann formt sich etwas irgendwo
„Ach, das ist nur die Gäste-Show!“
Der Tod murrt übel vor sich hin
„Was für Touristen, kein Gewinn
Soll wohl Sponsoren animieren
Mehr in Tod zu investieren!“
„Wirkt es?“ frag ich. „Mann Mann Mann
Sieh dir mal meine Kutte an
Die trag ich – keine Heiterkeit! –
Schon seit dem Anbeginn der Zeit
Und – was für ne Schweinerei! –
Hier gibt‘s auch keine Wäscherei!“
Er drückt mir Zettel in die Hand
„Das ist dein Leben, letzter Stand,
Ich muß los, der Absturz wartet
Die sind zwar noch nicht gestartet
Aber, das ist echt verflucht
Ich hab Economy gebucht
Und muß zwei Stunden früher da sein
Also, das muß dann jetzt klar sein
Du bist tot, das war’s, bleib leise
Viel Spaß im Jenseits. Gute Reise!“
Sagt er düster – und ist weg
Ich kriege einen riesen Schreck
Und nun macht alles einen Sinn
– denn plötzlich weiß ich, wo ich bin!

Die Griechen hatten scheinbar recht
Ich seh die Fähre, mir wird schlecht
Mein Schicksal scheint wohl schon gefällt
Jetzt geht es in die Unterwelt
Der Fährmann sieht mich trübe an
„Name?“ fragt er und macht dann
Auf seinem Klemmbrett einen Strich
Bei meinem Namen. „Gräm dich nich!“
Murmelt er. „Ich fahr dich gleich
Übern Styx, der ist ganz seicht
Zum Hades rüber, leichte Tour
Mach ich öfter, das ist nur
Nervig, wenn Touristengruppen
Sich als anstrengend entpuppen
Foto hier und Foto da
‚Lächeln Sie doch bitte ma!‘
Und – was für ein großes Glück
Die fahr ich später noch zurück.
Dich aber nicht! Dich bring ich hin
Denn ich bin Fährmann, macht ja Sinn
Dafür bekomm ich meinen Lohn
Ach ja, mein Name ist Charon!“
„Ah, verwandt mit...“ – „...Sharon Stone?“
Sagt er mürrisch: „Kenn ich schon!
Genug geschwätzt, dein Ticket, bitte!“
Ich erstarr in meinem Schritte
Denn mir wird auf einmal klar
Ich hab keins! Klasse, wunderbar!

„Das sollte Tod dir eig‘ntlich geben?
Sonst kommst du nie aus deinem Leben.
Okay, das schaffen wir, mein Alter
Da drüben ist ein Ticketschalter!“
Vor dem steht – wie könnt’s wohl sein –
Schon ne Schlange – ist ja fein!
Das ist echt ein scheiß Tag heute
Vor mir stehen 20 Leute
Die jetzt gern ein Ticket wollen
„Haben Sie was zu verzollen?“
Hör ich vor mir jemand fragen
Mir schlägt‘s wieder auf den Magen
Das hier macht so keinen Spaß
– Und ich hab auch keinen Paß!
Wie komm ich ins Reich der Toten
Ohne Paß ist das verboten
Und ich hab auch gar kein Geld
Wie komm ich in die Unterwelt???

Langsam rückt die Reihe weiter
Vor dem Schalter hör ich heiter:
„Ein Erwachs’ner und ein Kind.“
Mann, ich glaub, die Menschheit spinnt
Ich verkneife mir das Fluchen
Kann man jetzt tatsächlich buchen
„Woche Hades, Halbpension
Mit Swimmingpool und Exkursion
Und Tauchlehrgang und Wasserski
So günstig gab es das noch nie!“?
Unglaublich, vor mir steht ein Mann
Der ein Tourist nur seien kann
Er trägt Hawaiihemd, Sonnenbrille
Kamera, Salmiacpastille
Knipst die ganze Unterwelt
Fragt mich, ob’s mir hier gefällt
Und ob ich öfter hierher fahre
Für ihn wär das nicht das Wahre
Gebucht hätt‘ er Mallorcareise
– Busunglück! – Was für ne Scheiße!
Dann sagt er auf Wiedersehn
Er müßt mit seiner Gruppe gehn
Ihr Reiseleiter checkt sie ein
So ist Hadesreisen fein!

Dann bin ich beim Schalter dran
Ich tret ganz nah ans Fenster ran
Doch sagt die Dame unverdrossen:
„Der Schalter ist ab jetzt geschlossen!“
Oh Mann, endet Bürokratie
Denn auch im Tode einfach nie?
Der Schalter zu, mein Ticket weg
Dazu noch tot, was für ein Dreck
Was soll ich denn hier unten machen?
Wär’s nicht so tragisch, wär’s zum Lachen!

Das ganze Jammern bringt ja nix!
Wie komm ich rüber über’n Styx?
Die Fähre geht nicht ohne Fahrschein
Doch die Lösung kann so nah sein
Ist doch nur ein blöder Fluß,
Da schwimm ich rüber, wenn ich muß
Ich bin ja tot, was soll geschehen
Wenn die mich beim Schwimmen sehen?
Ja, ich hab nen Plan – nen Guten
Ich stürze mich in diese Fluten
Und schwimm so lang bis ich ersauf...
Dann wach ich schweißgebadet auf!

Das ganze, ja, man glaubt es kaum
War nur ein ganz beschiss’ner Traum
Ich seufz, mir fällt ein Stein vom Herzen
Genug mit diesen bösen Scherzen
Ich lächle breit und sehe dann
Direkt vor mir den Fährenmann
„Sorry wegen den Papieren
Kann ich nur nicht ignorieren
Wegen meinem Boss und so
Den macht sowas ja gar nicht froh
Doch hier im Hades, bei den allen
Ja, das hätt dir wohl gefallen
Aber jetzt mit diesen Dingen
Kann ich dich nicht rüberbringen
Geht halt nicht ohne Fahrkarte
Hat Tod versaut, aber, hey, warte
Es gibt da für die Ewigkeit
Noch eine andre Möglichkeit
Ich will da jetzt nicht zu sehr schwärmen
Doch – könnt’st du dich für was erwärmen
Mit warmem Klima und viel Sauna
Flora... nicht und auch nicht Fauna
Aber von Animateuren
Läßt man sich da dann betören
Ein Programm – rund um die Uhr
Ohne Pause – Action pur.“
Klingt doch gar nicht so verkehrt,
Denk ich mir ganz unbeschwert.
Die Ewigkeit – die wird jetzt gut
Ich fasse langsam wieder Mut
Daß nach dem Tod – zweideutig, ja! –
Was nettes folgt ist wunderbar
Drum laß ich viere gerade sein
Und willige darauf gleich ein
Das tolle Jenseits fängt jetzt an
Ich nicke zu dem Fährenmann
Der lächelt auch und sagt dann munter
„Dann bring ich dich zur Hölle runter!“

Okay, ich bin dann in die 2. Runde gekommen, zusammen mit den Mädels, bzw. dann einer davon und da ging es dann darum eine Geschichte zum Thema Ticket verloren zu erzählen, wobei jeder einen Satz sagt und der andere dann weitermacht, bis einem nix mehr einfällt. DAS kann ich (gerade unter Einfluß von Alkohol - und wie erwähnt waren die Getränke umsonst) ganz gut und hab mir den Mund mit Mist fusselig geredet, was aber letztenendes, da sie gut genug mithalten konnte, eher zu einem Gleichstand führte, wobei wir uns dann entschlossen haben, das ganze zu einem Ende zu bringen. Dann wurde abgestimmt...
Und ja, ich ziehe meine Theorie zurück. Also die mit, daß ich bei einem weiblichen Publikum eine kleinere Chance habe als bei einem männlichen, obwohl Tom, der Maler, den ich da kennengelernt habe, auch der Ansicht ist, daß das mit Frauen und Humor durchaus ein Problem sein kann, jedenfalls bestand das Publikum da zum Großteil aus jungen Frauen... und ich hab nicht das Hörbuch gewonnen!

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Dienstag, 15. August 2006
Montag, 15.3.2004 im Café Storch...
Kurz vorher waren die Anschläge in Madrid. Viele Bomben, viele Tote. Keine schöne Sache. Ich war auf dem Weg zur Bahn, um zum Café Storch zu fahren. Und unterwegs wird mir klar: MOMENT! Die Texte, die ich mithabe sind Adolf Hitler Superstar und Intelligente Bomben. Kurz nach den Attentaten. Nichts anderes. Keinen Ausweichplan, nichts! Nur die beiden Sachen. Zurückgehen ging nicht mehr, dann hätt ich die Bahn verpaßt und wär da zu spät angekommen. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Man hat da kein wirklich gutes Gefühl, wenn man sich mit sowas zu so einem Zeitpunkt vor die Leute stellt. Aber man ist ja Profi und zieht sein Programm durch. Und was war die Folge? Richtig! Ich hatte da noch nie son gutes Feedback nach ner Lesung. Vier Leute haben mich nachher angesprochen, das erste Mal, das sowas passiert ist. Unglaublich. Tja, man weiß nie...

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Schuld und Bühne
Da mein Platz für Bilder vollends ausgereitzt scheint und ich diese ungelesene Seite nicht völlig verkümmern lassen möchte, werde ich sie in den nächsten Wochen für die Rubrik „Schuld und Bühne“ nutzen, in der ein kleiner Einblick in die Erfahrungen gegeben wird, die man – in dem Fall aber eher ich – auf, neben und allgemein um die Bühne herum so machen kann.

Ich wünsche viel
Sie können sich ja mal ausdenken, was!

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